Nr. 67 Juni - Sept 10

Hinaus in die Welt

Gregor Sieböck ist einer, der das tut, wovon viele von uns träumen. Er packt seinen Rucksack und marschiert los. Er marschiert in die Welt hinaus, mit frohem Herzen und der Lust am Staunen.

Wir alle tun das hin und wieder, freilich nur im Gedanken. Der Unterschied: Sieböck hat tatsächlich alles hinter sich gelassen und hat sich auf den Weg gemacht. Drei Jahre lang ist er die Welt ergangen. Besser gesagt, die Welten, denn der Ischler wurde zum Weltenwanderer. Er erkannte, dass viele Welten auf unserem Planeten existieren, die Welt des Konsums, die Welt der Stille, die Welt des Raubbaus an der Natur und die Welt der (noch) erhaltenen Naturparadiese. In seinem Buch, das treffender Weise „der Weltenwanderer“ heißt, beschreibt er seine Erlebnisse und Erkenntnisse, die ihn auf einsamen, zermürbenden und bald wieder herzerwärmenden Schritten rund um die halbe Welt begleiteten. Momente der Verzweiflung wechseln mit purer Lebensfreude. Seine Reise begann, quasi zum Aufwärmen, mit dem Jakobsweg. Aus der Haustüre raus, rein in die Schweiz, durch Frankreich, Spanien und Portugal. Von der iberischen Halbinsel führte die Reise an die Südspitze Amerikas, wo er die endlosen Weiten Patagoniens durchquerte. Immer schon träumte Sieböck von diesem Land. Einsam, endlos, stürmisch. Im Hochland der Anden folgte er den Resten der königlichen Inkastraße von Peru nach Ecuador. Die Einsamkeit und Stille war abrupt zu Ende, als er versuchte, die kalifornische Küste zu erwandern. Mit Stacheldraht verbarrikadierte Zäune und stinkende Highways machten die Wanderung zur Tortur. Auch das ging zu Ende und die mystischen Tempelberge Japans und die urtümliche Wildnis Neuseelands entschädigten für den amerikanischen Alptraum.

Sieböck schildert in seinem Buch die Freuden und Strapazen eines jungen Mannes, der sich entschlossen hat, die Welt zu sehen und zu helfen, diese vor dem ökologischen Kollaps zu retten.

 

BUCHTIPP:
Gregor Sieböck: Der Weltenwanderer, Gobal Change – Zu Fuß um die halbe Welt, Tyrolia Verlag, 288 Seiten

 

 

von THOMAS HARTL