Nr. 67 Juni - Sept 10
Wiedergutmachung für misshandelte Kinder

In den letzten Wochen hat die Debatte um Gewalt an Internats- und Heimkindern auch Oberösterreich erreicht. Besonders schlimm war die Situation in den Heimen der 50er und 60er Jahre. Viele der damaligen ErzieherInnen waren noch von den nationalsozialistischen Erziehungsbildern geprägt. So wie es die ehemaligen „Heimzöglinge“ Jenö Molnàr (Kinderheim Leonstein) oder Franz Josef Stangl (Kinderheim Gleink) in ihren Büchern erzählen, muss es damals hunderten, wenn nicht tausenden Kindern ergangen sein. Viele kämpfen noch heute mit den Folgen der physischen und psychischen Übergriffe.
Es scheint, als ob manche geradezu froh darüber ist, dass zurzeit hauptsächlich über Misshandlungen in der katholischen Kirche diskutiert wird. Bei der Veranstaltung der Grünen Bildungswerkstatt Mitte Mai wurde dies ganz deutlich: keiner der eingeladenen Vertreter der heuten Landesregierung (Pühringer, Ackerl) waren gekommen, um mit den Misshandelten der Landesheime über mögliche Wiedergutmachungen zu reden. „Da oftmals die Straftaten und Schadensersatzansprüche verjährt sind, braucht es eigene Rahmenbedingungen“, meinen die Grünen und fordern unter anderem eine staatliche Untersuchungskomission und einen Opferfond. Der Bund, aber auch das Land OÖ, sind gleichermaßen gefordert
meint Marco Vanek, Chefredakteur

