27. Jänner 2026

Wenn mehr Luft im Packerl das gleiche kostet

Bekannt und bewährt. Couch, Glotze, Thriller am Siedepunkt und man schaufelt energisch Chips in sich rein. Und dann ist das Sackerl abrupt leer. Früher als sonst, hat man das Gefühl.

 

Von Markus Ecker

 

Und so falsch ist diese Vermutung ist. Dieses Phänomen hat einen Namen und nennt sich Shrinkflation – etwas brachial übersetzt mit Schrumpf-Flation – und es grassiert ganz gewaltig unter den Konsument:innen. Im Grunde gehts darum, dass Hersteller die Packungsgröße und Preis gleich lassen, aber den Inhalt reduzieren. „Weniger ums gleiche Geld. Das ist natürlich eine profitable Masche, die weniger auffällt als eine ausgewiesene Preiserhöhung. In erster Linie ist es natürlich eine Frotzelei der Kund:innen“, ist die Grüne Konsument:innenschutz-Sprecherin, LAbg. Ines Vukajlović, verärgert. Diese Vorgangsweise ist nicht neu, die Dreistigkeit der Hersteller scheint aber zu steigen. Denn die Beschwerden beim Verein für Konsumenten-Information tun es auch. Seien es eben über halb gefüllte Chipsackerl, reduzierte Milch- oder Fleischprodukte bis zu dürftiger gefüllten Waschmittelpackungen. „Dass sogar auf WC-Papierrollen die Blätter weniger werden, klingt amüsant, ist es aber nicht“, betont Vukajlović. Dagegen muss man was machen, fordern die Grünen und zwar von der neuen Bundesregierung. Erstens müssen die Hersteller auf die Packung gut sichtbar draufschreiben, dass die Füllmenge bei gleichem Preis reduziert wurde. Zweitens muss es Info-Kampagnen geben, um die Konsument:innen zu sensibilisieren, damit sie ihre Kaufentscheidung anpassen können. Und drittens sind die aktuellen Gesetze zu durchforsten, eventuelle Schlupflöcher für solche Praktiken zu schließen und die Rechte der Konsument:innen zu stärken.

 

„Die Alltagskosten steigen, vieles wird permanent teurer und dann müssen sich die Leute mit solchen Schmähs herumzuschlagen. Sie bekommen weniger fürs gleiche Geld und wissen das nicht einmal. Das geht einfach nicht“, meint Vukajlović und sieht im Grunde ein Eigentor der Konzerne: „Denn so eine Vorgangsweise untergräbt das Vertrauen in die Hersteller. Haben die Kund:innen den Trick durchschaut, werden sie zu Marken greifen, die nicht tricksen“.

 

Ob die Hersteller weiter weniger Inhalt in gleich großen Packungen zum gleichen Preis verkaufen, obliegt ihnen ganz allein. Das können und dürfen sie. Aber sie dürfen nicht irreführen. „Es geht uns Grünen um Transparenz. Es geht darum, dass die Kunden wissen müssen, dass weniger ums gleiche Geld kaufen und sich eben auch anders entscheiden können“, fasst Vukajlović zusammen. Denn es gibt durchaus auch Chipssackerl, die die ohnehin Thriller-gespannten Nerven nicht zusätzlich strapazieren.

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