27. Jänner 2026

Undurchsichtiger Luxus am Berg

Schöner Wohnen mit Fördermillionen – was Steuergeld mit einem Luxus-Anlegerprojekt in Hinterstoder zu tun hat.

 

Von Markus Ecker

 

Grandiose, waldumsäumte Natur, freier Blick auf kolossale Gipfel und dazu wahlweise Gerstensaft oder ein Kaffeetscherl – wer liebt es nicht. Ist ein Luxus-Domizil betuchter Mitmenschen der Schauplatz dieses Genusses in unberührter Natur, zieht erster Argwohn auf. Sind noch Millionen-Förderungen und damit Steuergeld im Spiel, wird’s gewittrig am Horizont.

Willkommen im Luxuskomplex Triforet in Hinterstoder.

 

Auf den Hutterer Böden gelegen, aktuell insolvenz-geplagt, aber vom Land OÖ mit rund zwei Millionen Euro großzügig gefördert, weil angeblich ein öffentliches Tourismus-Projekt. „Ob es das ist, daran bestehen massive Zweifel“, bringt es der Grüne Raumordnungssprecher Rudi Hemetsberger auf den Punkt. Denn möglicherweise ist es nur ein Vehikel zur Kapitalvermehrung. „Private und Investoren investieren, kaufen im Triforet Appartements, profitieren von der Wertsteigerung und vermehren damit ihr Kapital“. Der Grundbuchauszug ist eine Offenbarung: Über 60 Eintragungen belegen, dass die vermeintlichen „Appartements mit touristischer Nutzung“ einzeln an private finanzkräftige Investoren verkauft wurden. Dass die Betreibergesellschaft ihr Projekt offenherzig als attraktive Kapitalanlage bewirbt, rundet das Bild ab.

 

Warum nur – so die völlig berechtigte Frage – fördert das Land ein Invest-Konstrukt mit Steuergeld? Die Grünen wollen das vom zuständigen LR Achleitner wissen. Er spricht immer noch von einem klassischen Hotelbetrieb, der ja Voraussetzung für eine Förderung wäre und hat dazu nun eine schriftliche Anfrage der Grünen am Tisch.

Auf welcher Grundlage wurde die Förderung bewilligt? War dem Land klar, dass es ein Investorenprojekt ist, ein sogenanntes Buy-to-let Modell? Dass Hotelzimmer verkauft und im Grundbuch eingetragen sind? Nur eine Auswahl der offenen Punkte. „Selbstverständlich muss genau geklärt werden, was da gelaufen und wie es zu dieser Förderentscheidung gekommen ist“, meint Hemetsberger. Aber es geht dabei um mehr. Es geht darum, solche Vorgänge künftig grundsätzlich zu verhindern. „Öffentliche Gelder dürfen nicht in Projekte fließen, die den Ausverkauf der Heimat fördern. In Projekte, die Reiche noch reicher machen, aber mit regionaler Wertschöpfung und nachhaltigem Tourismus wenig bis nichts zu tun haben“, meint Hemetsberger.

 

Zwei Aspekte verdienen noch besondere Beachtung. In diesem Fall dringt man erstens in ein bemerkenswertes Immo-Dickicht ein. Betreibergesellschaft, Errichtungsgesellschaft, GmbHs, Verantwortungen da, Zuständigkeiten dort, Unternehmensstränge bis ins deutsche Rostock. Solche Konstrukte dürfen nicht über die Nutzung unserer Naturschönheiten entscheiden. Federführend auf Unternehmensseite und Unterzeichner der Fördervereinbarung mit dem Land Oberösterreich war übrigens zweitens jener Mann, der ein Jahr später von der Landesregierung zum Geschäftsführer der Landesimmobiliengesellschaft bestellt wurde. Geschäftsführer der zuständigen Entwicklungsgesellschaft Limestone GmbH ist er noch immer. Der Donner grollt über den Hutterer Böden.

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