Die Windkraft spielt eine wichtige Rolle in der Energiewende für eine stabile Stromversorgung. Doch für die Regierungsmehrheit in Oberösterreich sind Windräder ein Feindbild.
Benjamin Wimmer
Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Oberösterreich steht dabei vor der entscheidenden Aufgabe, seine Energieversorgung nachhaltig, sicher und wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten. Die Windkraft spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie bietet enormes Potenzial zur Klimaneutralität, stärkt die Energie- Unabhängigkeit vom Ausland – von Öl, Gas und Atomkraft – und sie stärkt die regionale Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze. Die Windkraft liefert Strom unabhängig vom Sonnenlicht, im Winter wenn wir ihn am meisten brauchen. Das ist ein wichtiger Vorteil für eine stabile, erneuerbare Stromversorgung.
Die Schwarz-Blaue Landeskoalition aber hat sich die Windkraft als Feindbild auserkoren. Sie hat sich ganz offensichtlich zum Ziel gesetzt den notwendigen raschen Ausbau der Windkraft mit aller Kraft zu untergraben. Konkret geplante Projekte wie jene in Grünbach und Schenkenfelden sind aufgrund jahrelanger Anti-Windkraft-Stimmungsmache gescheitert. Auch weitere Projekte stehen vor dem Aus.
In der Pressekonferenz von Wirtschafts-Landesrat Achleitner und LH-Stv. Haimbuchner im vergangenen Dezember wurde noch großmundig von geplanten Windkraftanlagen in neutralen Gebieten gesprochen. So war die Rede davon, dass in diesen neutralen Zonen – also Gebieten, die weder als Ausschluss- noch als Beschleunigungszonen ausgewiesen sind – 35 Windkraftanlagen in Planung seien.
Nur ein halbes Jahr später zeigt sich, wie realitätsfern diese Ankündigungen waren: Nach den negativen Bürgerentscheidungen in Grünbach und Schenkenfelden sowie der massiven Reduktion des Projekts im Lachforst – fünf von sieben geplanten Anlagen sollen dort bereits vom Tisch sein – bleiben derzeit nur mehr 18 der ursprünglich 35 angekündigten Anlagen übrig, die möglicherweise realisiert werden können.
Der Vergleich macht sicher: Im geplanten Windpark Sandl – einem Standort mit optimalen Windverhältnissen, voller Unterstützung der Gemeinde und der geringsten Vogelschutz-Sensibilitätsstufe – wurden bereits 22 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 160 Megawatt zur Genehmigung eingereicht. Damit könnten jährlich bis zu 500 Gigawattstunden Strom erzeugt und rund 130.000 Haushalte versorgt werden. Ein Projekt, das beispielhaft zeigt, was möglich wäre, wenn die Politik endlich den Ausbau der Windkraft aktiv unterstützen würde – statt ihn zu behindern.
„Die Windkraftblockade von ÖVP und FPÖ gefährdet nicht nur die Energiewende, sondern auch den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. Die Strompreise für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sowie für unsere Wirtschaft steigen weiter – und werden zunehmend zu einem gravierenden Standortnachteil. Das wird zum Risiko für unsere Industrie, unsere Arbeitsplätze und letztlich für den Wohlstand, den wir über Jahrzehnte mühsam aufgebaut haben.“, so Landessprecher Stefan Kaineder.
Foto: Grüne OÖ
Bildtext: In Munderfing
