27. Jänner 2026

Von der Asphaltwüste zum grünen Wohnzimmer

Der Linzer Hauptplatz wird nach Jahren der Diskussion endlich autofrei. Wir geben einen Überblick über die konkreten Pläne, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen.

Von Christopher Buzas

 

Große Pläne für den Platz im Herzen der Landeshauptstadt: Nachdem die Grünen den Grundstein für einen autofreien Hauptplatz gelegt haben, ist der Durchzugsverkehr endlich Geschichte. Das war jedoch erst der Anfang. Durch mehr grüne Oasen und hochwertige Aufenthaltsqualität bekommt der Hauptplatz ein neues Gesicht. „Wir müssen alles daran setzen, damit unsere Stadt trotz steigender Temperaturen auch für die kommenden Generationen lebens- und liebenswert bleibt. Umso mehr freut es mich, dass der Durchzugsverkehr auf dem Hauptplatz der Vergangenheit angehört. Nach diesem Meilenstein, um den wir lange gerungen haben, folgt mit der Umgestaltung nun der nächste Schritt im Sinne der Lebens- und Aufenthaltsqualität. Dieses Projekt zeigt, wie Klimaanapassung und Stadtentwicklung Hand in Hand gehen können“, betont die Linzer Klimastadträtin Eva Schobesberger.

 

Menschen, die auf einer Bank die Frühlingssonne genießen, einen Kaffee trinken oder das historische Häuserensemble bewundern. Ein vertrautes Bild am Linzer Hauptlatz. Doch eines ist nun anders: Lärm und Abgase der Autoschlange, die sich früher über den Hauptplatz gewälzt hat, sind verschwunden. Gekommen, um zu bleiben ist hingegen ein spürbares Mehr an Lebens- und Aufenthaltsqualität. Was mittlerweile selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis hartnäckiger Bemühungen engagierter Bürger:innen sowie der Grünen, allen voran unserer langjährigen Klubobfrau Gerda Lenger. Im April 2013 hat sie den ersten Antrag für einen autofreien Hauptplatz gestellt, viele weitere folgten. „Daran zeigt sich, dass sich Hartnäckigkeit bezahlt macht. Dass der Durchzugsverkehr über den Hauptplatz Geschichte ist, wird für immer mit Gerda Lenger verbunden sein“, unterstreicht Schobesberger.

 

Diese markante Veränderung bedeutet aber erst den Beginn der Arbeiten an der Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem rund 13.000 Quadratmeter großen Platz. Denn ab 2026 soll der Hauptplatz Schritt für Schritt grüner, kühler und einladender werden. Möglich macht das die Umsetzung des von der Jury eines Architekturwettbewerbs beschlossenen Konzepts der „3:0 Landschaftsarchitektur Gachowetz-Luger-Zimmermann OG“. „Besonders die geplanten grünen Oasen werden nicht nur das Erscheinungsbild des Platzes bereichern, sondern spürbare Kühlungseffekte für heiße Tage schaffen und das Mikroklima verbessern“, erwartet sich Schobesberger positive Effekte.

 

Geplant ist u.a. im Bereich des Neptunbrunnens rund 400 Quadratmeter Asphalt aufzureißen, um drei große Platanen nach dem Schwammstadtprinzip zu pflanzen. Die neuen Bäume sollen in Kombination mit Sitzgelegenheiten und einem neu positionierten Trinkbrunnen eine Wohlfühlzone schaffen. Ebenfalls ein attraktiverer Aufenthaltsraum ist vor den Brückenkopfgebäuden vorgesehen, wo durch Anhebung des Geländeniveaus Vorplätze entstehen. Diese Maßnahme hat noch einen weiteren Vorteil, schafft sie doch zusätzlichen Wurzelraum, um hier über der Tiefgarage Bäume pflanzen zu können. „Vor allem in der dicht verbauten Innenstadt brauchen wir mehr Grün und weniger Asphalt, um die Lebens- und Aufenthaltsqualität zu steigern. Deshalb freue ich mich, dass die Umgestaltung des Hauptplatzes angegangen wird“, sagt Schobesberger.

 

Fotocredit: 3:0 Landschaftsarchitektur

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