Was bewegt die Menschen, will Stefan Kaineder und seine Grünen Mitstreiter:innen wissen. Der oö.planet besuchte eines seiner Heimatgespräche im Mühlviertel.
Von Marco Vanek
Mitte Juni in der Gemeinde Gramastetten, Bezirk Urfahr-Umgebung: Schon zwanzig Minuten vor Beginn kommen die ersten Zuhörer:innen ins Gastzimmer des Kirchenwirtes und werden von Stefan Kaineder persönlich begrüßt. Bis zum Beginn hat sich der Raum mit gut 50 Besucher:innen gut gefüllt, viele davon kommen aus dem Ort selber, aber auch von umliegenden Gemeinden. Darunter sind Jüngere, die erst vor kurzem nach Gramastetten gezogen sind, aber auch ältere Grünbewegte, sie sich schon seit Jahrzehnten um ökologische Themen in der Region engagieren.
Die Atmosphäre ist bei diesen und anderen Grünen Heimatgesprächen bewusst niederschwellig. Nach einem ersten Statement setzt sich Stefan Kaineder zu den Tischen und diskutiert mit den Menschen. „Gerade weil die Diskussionen auf Augenhöhe verlaufen, macht es den großen Wert der Gespräche aus“, wird er nachher bemerken.
Die Themen, die die Menschen beschäftigen sind auch an diesem Abend breit gefächert: Dauerbrenner ist wie überall im Mühlviertel, die Weigerung des Landes OÖ Windkraftanlagen in Sandl zu errichten. So fragte ein Besucher, wo er für Windräder demonstrieren kann. Eine andere Besucherin wirbt an diesem Abend um Interessierte, die sich an ihrem gemeinschaftlichen Wohnprojekt beteiligen möchten. Sie suchen schon länger im Umland von Linz ein größeres Grundstück, um darauf ein Wohnhaus für mehrere Generationen zu bauen. Eine andere Zuhörerin sorgt sich um die notwendige Pflege älterer Menschen im ländlichen Raum und wünscht sich mehr Care-Communities. Auch infrastrukturelle Probleme, etwa im öffentlichen Nahverkehr, werden angesprochen. Kaineder nimmt die angesprochenen Anliegen ernst: „Wenn Probleme zur Sprache kommen, für die ich politische Lösungen erwirken kann, dann nehme ich sie vom Wirtshaus- auf den Schreibtisch mit“.
Mit den Heimatgesprächen wollen die Grünen auch ein Zeichen gegen die Vereinnahmung des Heimatbegriffs durch Rechtspopulisten setzen. Für Kaineder ist Heimat kein rückwärtsgewandter Begriff, sondern eine Aufgabe, die aktiv gestaltet werden muss. „Heimat ist da, wo ich mich einbringe“, lautet sein Credo. In Gramastetten ruft Kaineder am Ende des Statements die Anwesenden auf sich aktiv in der Gemeinde einzubringen, mitzureden und mitzugestalten, „immer aber mit Respekt, Wertschätzung und Herz“.
Mit diesem Gesprächs- und Diskussionsformat setzen Kaineder und die Grünen ein Zeichen für einen offenen, demokratischen Dialog über die Zukunft Oberösterreichs – und beweisen, dass Politik auch am Wirtshaustisch beginnen kann.
Nächste Termine:
Mi, 24.09., Gasthaus Hofwirt, Pettenbach
Mi, 01.10., Gasthaus Hiaslwirt, Eferding
Mi, 08.10., Mesnersölde, Utzenaich
Do, 16.10., Brauhaus Haselbach, Braunau
Mi, 22.10., Landgasthaus Bruckwirt, Pichl bei Wels
Di, 04.11., Gasthof zur Post, Hinterstoder
Do, 27.11., Aichingerwirt, St. Lorenz am Mondsee
