27. Jänner 2026

Rückenwind für die Energiewende

In Sandl soll bald Großes entstehen. Mit einem 19 Windräder umfassenden Windpark ist im nördlichen Mühlviertel derzeit das größte Energiewendeprojekt Oberösterreichs in Planung. Ein Gespräch mit Bürgermeister Gerhard Neunteufel.

von Benjamin Wimmer, aus der Printausgabe #127

 

oö.planet: Herr Bürgermeister, seit wann ist die Windkraft Thema in Sandl?

Gerhard Neunteufel: Ganz ursprünglich wurde schon in den 1950er-Jahren mit Kleinwindkraft in unserer Gemeinde experimentiert. Wirklich aktuell war es über die letzten 15 Jahre, in denen es immer wieder Bestrebungen seitens Energieversorgern oder anderen Investoren gab, die schlussendlich aber nie umgesetzt wurden. Im Jahr 2022 sind dann die Grundstückseigentümer mit der Idee zur Errichtung eines Windparks an die Gemeinde herangetreten.

 

Die Begeisterung für das Projekt war sofort groß?

Nach den ersten Gesprächen mit den Projektwerbern war klar, dass das in eine gute Richtung gehen kann. Darum haben wir als Gemeindevertreter auch gesagt, wenn wir jetzt Leute in Sandl haben, die etwas Konkretes tun wollen, dann möchten wir ihnen auch die Chance dazu geben. Das hat dann auch der Gemeinderat einstimmig beschlossen, weshalb das Projekt dann in die Umsetzungsphase gegangen ist.

Die schwarz-blaue Landesregierung wollte das Projekt ja mit aller Macht verhindern. Zuerst durch persönlichen Einsatz von LR Haimbuchner, dann durch die Ausschlusszonenverordnung, in der Sandl nicht mehr als geeigneter Windkraft-Standort geführt wird. Mittlerweile hat LH Stelzer, auch durch den großen Druck der Grünen, eine Kehrtwende vollzogen und der Windpark hat nun echte Umsetzungschancen. Wie haben Sie das alles mitverfolgt?

Als die Verordnung im Dezember letzten Jahres vorgestellt wurde, waren wir alle erstmal sehr überrascht. Erfahren habe ich es aus den Medien, es gab keinen direkten Kontakt seitens der Regierung. In dieser ganzen Zeit, in der auf landespolitischer Ebene über das Projekt diskutiert wurde, gab es auch nur zwei Landespolitiker, Michael Lindner und Stefan Kaineder, die sich die Gegebenheiten persönlich vor Ort angeschaut haben. Warum das Projekt von der FPÖ und der Landes-ÖVP so bekämpft wird, kann ich nicht verstehen. Meiner Meinung nach sollte die Entscheidung für oder gegen den Windpark auch nicht politisch, sondern in erster Linie fachlich fundiert sein.

„Ich glaube schon, dass der größte Windpark Oberösterreichs für Sandl auch so etwas wie ein Wahr­zeichen werden kann.“

Gerhard Neunteufel, Bürgermeister Sandl

 

Genau diese fachliche Beurteilung findet derzeit statt. Das Projekt wurde mittlerweile zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Wie sehen Sie die Chancen auf Umsetzung?

Auch ich bin kein Experte. Deshalb bin ich froh, dass das UVP-Verfahren jetzt läuft und sich Fachleute mit der Entscheidung beschäftigen. Wir haben jedenfalls hervorragende Windbedingungen, einen engagierten heimischen Projektwerber und die breite Zustimmung in der Bevölkerung und im Gemeinderat. Alles andere wird sich zeigen.

 

Sie haben in einem Interview einmal gesagt ‚Die Natur leidet unter der Klimakrise viel mehr als unter der Windkraft.‘ Wenn die Genehmigung kommt, geht Sandl als Vorbild für Ober­österreich voran?

Auf der einen Seite reden wir in Österreich gerne davon, dass wir die Klimaziele erreichen müssen, dass wir Sanktionen vermeiden wollen und günstige Energie brauchen. Aber niemand macht was dafür. Wir wollen etwas machen, statt nur zu reden. Wenn ich da auch nach Munderfing schaue, für die Gemeinde ist der Windpark eine Auszeichnung, da ist jeder stolz darauf. Und ich glaube schon, dass der größte Windpark Oberösterreichs für Sandl auch so etwas wie ein Wahrzeichen werden kann.

 

Gerhard Neunteufel, Bürgermeister Sandl

 

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