30. März 2026

Billiger Sprit, teures Klimaticket

Die aktuelle Benzinpreisdiskussion ist ein verkehrspolitischer Treppenwitz: Beim Sprit wird über Preisdeckel und Entlastung herumgeredet, während ausgerechnet das Klimaticket – die Eintrittskarte in eine halbwegs vernünftige Mobilitätszukunft – kürzlich wieder verteuert wurde. So wird Autofahren politisch hochgehalten, klimafreundliches Fahren mit Bahn und Bus dagegen Stück für Stück unattraktiver gemacht. Wer so agiert, braucht sich über eine ausbleibende Verkehrswende nicht wirklich wundern.

Eine Benzinpreisdeckelung mag an der Zapfsäule kurzfristig die Nerven beruhigen, zementiert aber genau jene fossile Abhängigkeit, die uns immer wieder Preisschocks beschert. Vernünftig wäre das Gegenteil: Das Klimaticket zur politischen heiligen Kuh zu erklären, seine Preise einfrieren oder senken – und die Milliarden, die sonst in Spritsubventionen verrauchen, konsequent in erneuerbare Energien, dichtere Taktungen und bessere Öffi-Angebote zu stecken. Dann würden Menschen tatsächlich spüren, dass sie fürs Umsteigen belohnt werden,  statt mit billigen Litern Treibstoff in eine teure fossil getriebene Zukunft geschubst zu werden….

meint Marco Vanek, Chefredakteur

 

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