8. Juli 2026

Unikürzungen: Wenn Worte und Taten auseinandergehen

Ist es tatsächlich so ruhig geworden um die Kürzungen beim Hochschulbudget? Sind Protest und Aufregung wegen der Milliarden-Einsparungen im Uni-budget verflogen? Natürlich nicht. Im Herbst soll die Politik nach einer Nachdenkpause entscheiden.

Autor: Markus Ecker, aus der Print-Ausgabe #131

Vielleicht kommen der Politik dabei die Rosen in den Sinn, die sie den Unis sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit streut.  Unis sind natürlich ein Gradmesser, wo ein Land steht, wie und wohin es sich entwickelt. Indikator für Fortschritt und Erfolg, Ausdruck von Kompetenz und Exzellenz. „Umso verstörender sind damit erstens die Kürzungspläne dieser Bundesregierung. Seltsam sind zweitens teils auch die Darbietungen der Parteien hier im Land“, fasst es der Grüne Klubobmann Severin Mayr zusammen.

Reduzierte Lehre, weniger Forschung, gekürzter Personalstand und geringerer Output in jeder Hinsicht. Reduzierte Lehre, weniger Forschung, ein gekürzter Personalstand und insgesamt geringerer Output: Die Folgen der Uni‑Kürzungen für Ruf und Wirtschaft liegen auf der Hand – und müssten der Bundesregierung bewusst sein. Sie treffen das SP‑geführte Wissenschaftsministerium mit einer oberösterreichischen Ministerin genauso wie die ÖVP, die sich als Wirtschaftspartei sieht, und NEOS mit einem Bildungsminister. „Dieses Dreigespann muss zur Besinnung kommen und das massive Kürzungsprogramm stoppen“, fordert Severin Mayr. Denn es geht direkt um unsere JKU in Linz und um Oberösterreich als Industrie‑, Export‑ und Technologieland. Dafür braucht es ein enges Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft und Investitionen in Forschung, Lehre, Entwicklung, Infrastruktur und „Gehirnschmalz“. Hier zu kürzen ist schlicht abwegig – ebenso wie manch politische Reaktion ob der Enns, womit wir bei Punkt zwei wären.

Die Forderung nach einem Kürzungsstopp wollten die Grünen gemeinsam mit allen anderen Landtagsparteien in Wien deponieren. Aber siehe da. Jene ÖVP, deren Landeshauptmann Stelzer wegen der Kürzungen noch wörtlich vom Donner gerührt war und gegen Wien vom Leder gezogen ist, wollte das nicht. Auch die SPÖ nicht, deren Chef Winkler seine Glaubwürdigkeit bei Wortspenden zu Wirtschafts- und Bildungsstandort hinterfragen sollte.

 

„Wir hätten gemeinsam ein starkes Zeichen Richtung Wien setzen können, ja müssen. Aber die Interessen der Bundesparteien haben jene Oberösterreichs wieder einmal getoppt“, ärgert sich Mayr. „Im Herbst werden sich sie sich entscheiden müssen, wo sie stehen. Wir Grünen wissen es.“

 

 

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