31. März 2026

Schau Oberösterreich, da fliegt dein Steuergeld

Von Markus Ecker, aus der Print-Ausgabe #129V

 

Keinen blassen Dunst, was ein Flugzeugsitz kostet. Heftig viel, wahrscheinlich. Gesichert ist, dass die Oberösterreicher:innen pro Mann, Frau und Nase in den nächsten vier Jahren mindestens 70 Euro in einen solchen einzahlen. Mit ihrem Steuergeld. Für eine 36 Millionen Euro Verbindung vom Linzer Flughafen nach Frankfurt. Gibt’s nicht? Doch.

 

In aller Kürze: Bis zu 36 Millionen überweist das Land OÖ an die dänische Billigfluglinie DAT, damit sie Linz-Frankfurt-Linz fliegt. Schwarz-Blau hat sich diese Mittel – weil nötig – vom Landtag abnicken lassen. „Nicht mit uns“, stellt der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr klar. „Wir machen bei dieser First-Class-Steuergeldverschwendung nicht mit“. Es ist eine Verbindung, die andere Airlines gecancelt haben, weil sie unrentabel ist. Weil die Flieger halb leer waren. Eine Verbindung, die Schwarz-Blau aber auf sündteures Biegen und Brechen will, weil sie darin die Rettung des Linzer Flughafens sieht. Natürlich Unsinn. Aber damit sind wir beim Kern der Sache. Jahrelanges Versagen von Management und verantwortlicher Politik haben den Airport abgewirtschaftet. „Strecken sind weg, die Zahlen rot, eine echte Strategie hat es längst nicht mehr gegeben“, verweist Mayr auf einen Bericht des Landesrechnungshofes, der die Gründe für den Niedergang minutiös auflistet. Und jetzt macht man mit dem Unfug weiter. „Zig Millionen an Steuergeld steckt man in ein unrentables Business-Shuttle in die Bankenmetropole. Selbst bei völlig unrealistischer Vollauslastung bringt sie dem Airport nicht die nötigen Passagiere für eine satte Null“. Die Rechnung ist einfach: Rund 500.000 Passagiere braucht der Airport für einen kostendeckenden Betrieb. 260.000 waren‘s 2025. 100.000 brächten volle Frankfurt-Flieger, fehlen immer noch 140.000. Und das Sahnehäubchen: Diese Millionen werden rausgehauen ohne sichtbare Strategie. Sorry: laut LR Achleitner gibt es sie. Nur hat sie keiner je gesehen oder gelesen. Auch nicht der Landesrechnungshof.

 

Um es klarzustellen: Die Grünen bekennen sich zum Linzer Flughafen. Zu seiner langfristigen Absicherung.

„Mit einer Verzweiflungsaktion ist das nicht machbar“, meint Mayr. Dafür muss es einen Neuanfang geben, und dieser kann nur mit einer klaren Strategie funktionieren“

Diese Strategie ist – sagen wir – das Drehkreuz – in der weiteren Entwicklung des Airports und sie muss endlich offengelegt werden. „Das haben wir per Antrag eingefordert. Dann wird sich klären, ob es diese Strategie wie behauptet überhaupt gibt, was drinsteht oder ob‘s ein klassisches Luftloch ist“, ist Mayr gespannt. Auch darauf, wie man weitere Kosten des Flughafens decken will. Denn neben den 36 Millionen warten Investitionen etwa in die fällige Erneuerung der Piste. Dazu muss das laufende Minus ausgeglichen werden. Die 100 Millionen Grenze ist da nicht fern. Eins ist klar: Die Debatte um den Airport ist nicht gelandet, sie hat gerade erst abgehoben.

 

Foto: Flughafen Linz GesmbH

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