Autor: Markus Ecker, aus der Print-Ausgabe #132
Dieser Sommer ist nicht nur Geschichte. Er ist in selbige eingegangen. Als jener mit den höchsten jemals gemessenen Tempertaturen im Land. Und wer nach jenseits der 40 Grad noch immer an einen glühenden Ausreißer denkt, irrt. Wer nicht akzeptiert, dass dies die Klimakrise ist, sengende Sommer die Normalität werden und Klimaschutz doch keine so üble Idee ist – der wird das wohl nie.
Klimaschutz ist das eine. Die Anpassung an die Realität das andere. Dies gilt für die in diesem Sommer so derart mitgenommene Landwirtschaft. Dies gilt auch für so viele Bereiche des Lebens, des Arbeitens und vor allem, für jene, die es besonders zu schützen gilt. Die Grünen haben daher bei den politisch Zuständigen nachgefragt, wie es denn um den Hitzeschutz steht in ihren Verantwortungsbereichen, zum Beispiel in Schulen und Kindergärten sowie in Alten- und Pflegeheimen. Das Ergebnis: Nicht gut, nicht ausreichend, stark verbesserungswürdig und dazu mitunter skurril.
„Stress meiden, Obst essen, viel trinken. Solche Tipps hat man für die Pädagog:innen und Schüler:innen in den brütenden Klassenzimmern. Was man nicht hat, ist einen Plan, um die Schulen und Kindergärten hitzefest zu machen“, meint eine verwunderte Klimaschutzsprecherin und Landtagsabgeordnete Anne-Sophie Bauer. Dass dieser umgehend erstellt und umgesetzt werden muss, ist für den Grünen Bildungssprecher Reinhard Ammer selbstredend. „Sonnen- und Hitzeschutz, Kühlung, bauliche Maßnahmen und mehr Grünflächen – im nächsten Hitzesommer muss es das alles geben. Denn: „Bedingungen wie heuer sind den Pädagog:innen nicht mehr zumutbar“.
Ähnlich die Lage in den Alten- und Pflegeheimen. Es werden zwar grundsätzlich Hitzeschutzprojekte gefördert. Aber das Sozialressort weiß im Detail nicht, in welchen Einrichtungen es noch keinen ausreichenden Hitzeschutz gibt und wo er dringend nötig wäre. „Aber um das geht’s“, meint Bauer. „Alle 134 Alten- und Pflegeheime müssen jetzt auf den Hitzeschutz gecheckt werden.“
Oberösterreich muss hitzefit werden, und in diesen sensiblen Bereichen hat es die Politik selbst in der Hand, dies rasch umzusetzen. Die veritable Gefahr: Mit den sinkenden Temperaturen droht auch die Dringlichkeit dieser Aufgabe zu verblassen. „Nichts könnte fataler sein. Denn der nächste Hitzesommer kommt, und dann nicht gewappnet zu sein, wird sich bitter rächen“, mahnt Bauer.
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