Autor: Markus Ecker, aus der Print-Ausgabe #132
Die goldenen Tage des Linzer Flughafens sind vorbei – zumindest aktuell. Viele Jahre haben die Eigentümer Land OÖ und Stadt Linz satte Gewinne aus dem Flughafen eingefahren, seit geraumer Zeit legen sie aber ordentlich drauf. Mitverantwortlich sind jedenfalls politische Laschheit, Missmanagement und fehlende Strategien.
Jetzt soll der flügellahme Airport wieder auferstehen wie Phönix aus der Asche. Das hat zumindest die verantwortliche Landespolitik vor. In Anbetracht der bisherigen Glanztaten darf man daran zweifeln.
Da wäre der berühmte Frankfurt-Flug auf Kosten der Steuerzahler:innen. „36 Millionen Euro zahlt das Land einer dänischen Airline, damit sie die Strecke fliegt, die andere eingestellt haben, weil sie unrentabel ist“, fasst der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr diese teure Unsinnigkeit zusammen. „Weil man in dem Business-Shuttle die Rettung des Flughafens sieht, pendeln jetzt halbleere, aber steuergeldgesponserte Flieger in die Bankenmetropole.“
Da wäre das Flughafen-Manifest. Damit will das Land erreichen, dass auch die eigenen Mitarbeiter:innen Dienstreisen nach Möglichkeit vom Flughafen Linz antreten, auch wenn sie dann mehr kosten oder länger dauern. „Damit wird noch einmal Steuergeld verpulvert und Angebot und Nachfrage gleich mit“, meint Mayr. 28.490 Euro hat ein Zweitages-Trip der Landesräte Achleitner und Haimbuchner samt Begleitmannschaft mit dem Privatjet nach Krakau gekostet. Kein schönes Bild, kein schlanker Fuß.
Da wäre die Übernahme des Linzer 50-Prozent-Anteils durch das Land. Weil’s schnell gehen musste, wurde sie durchgepeitscht, ohne dass zentrale Fragen geklärt worden wären. Etwa, wie viel das Land in den kommenden Jahren in den Airport stecken muss: für Infrastrukturmaßnahmen, zum Ausgleich operativer Verluste oder für die nötigen Pistensanierungen.
Da wäre – nennen wir es so – die Informationsallergie. Zu all diesen Punkten haben die Grünen bei der verantwortlichen Politik nachgefragt. „Was wir von LR Achleitner zurückbekommen haben, kratzt an einer Frechheit. Das waren vor allem Ausreden, aber keine Zahlen und Fakten, weder zum Frankfurt-Flug noch zur nun beschlossenen Übernahme“, ärgert sich Mayr.
Und dann wäre noch die Strategie, die es laut LR Achleitner gibt, die aber noch niemand gesehen hat. „Wir haben sie eingefordert, ebenso der Landesrechnungshof. Bis heute ist sie nicht vorgelegt worden“, kritisiert Mayr. Mit anderen Worten: Die Landesverantwortlichen sitzen im Cockpit und starten, haben aber keine Ahnung, wohin. Ein klassischer Flug ins Ungewisse.
Foto: Flughafen Linz
